Im Jahre 1988 gründeten fünf junge Musiker in Halifax, England eine Band. Um dem düsteren Klang ihrer Musik Rechnung zu tragen, entliehen sie bei John Milton den Namen seines größten Werkes: Paradise Lost.                                                                     

In den Jahren 1988 und 1989 veröffentlichte man zunächst einige Demos - darunter auch das legendäre Frozen Illusion-Demo - auf denen man DeathMetal mit Doom-Einflüssen zelebrierte und die Paradise Lost in der englischen Death Metal-Szene neben Gruppen wie bspw. Bolt Thrower schnell einen Namen machten. Man unterschrieb in der Folge einen Plattenvertrag beim englischen Label Peaceville Records, veröffentlichte dort im Jahre 1990 das Debutalbum Lost Paradise, auf den man ähnlich wie auf den Demos pechschwarzen Doom-Death-Metal spielte. Im folgenden Jahr erschien das Album Gothic, ein Referenzwerk, das einem ganzen Genre, nämlich dem Gothic Metal, seinen Namen geben sollte. Aus heutiger Sicht ist die Bezeichnung Gothic Metal für dieses Album jedoch leicht irreführend, da man hier bis auf Frauengesang in zwei Liedern nicht das findet, was man erwarten könnte - die starken Death Metal-Einflüsse im Gesang sind auch auf diesem Album noch vorherrschend. Zu der Zeit waren Paradise Lost ein Teil der später sogenannten „Big Three" des Doom Metal zusammen mit My dying Bride und Anathema, welche alle unter dem Banner des Kultlabels Peaceville standen.    

                                                                                                                                 

Mit dem dritten Album Shades of God erfolgte 1992 der Wechsel zu Music for Nations. Das alte, verschnörkelte Logo - Markenzeichen vieler Death Metal-Bands - war verschwunden und auch der Klang hatte sich im Vergleich zu den beiden Vorgängeralben gewandelt, insbesondere am jetzt nur noch (sehr) rauhen Gesang Nick Holmes' wurde eine Abkehr vom Death Metal offenkundig, insofern lässt sich dieses Album am ehesten als Doom Metal mit leichten Death Metal-Einflüssen beschreiben. Es enthält mit As I die den vielleicht größten Hit Paradise Losts, jedoch nur als Bonustitel auf der CD-Version. 1993 erschien mit Icon ein weiterer Meilenstein in der Diskographie der Engländer, ein Album, dass fast nur Hits enthielt (Embers Fire, Remembrance, True Belief usw.) und einen stimmlich soweit gewandelten Nick Holmes zeigte, der eine rauere Version von James Hetfield gab - die Death-Metal-Einflüsse waren auf diesem Album so gut wie ganz verschwunden.1995 erschien mit Draconian Times ein weiteres (Gothic-) Metal-Album, was wie eine verfeinerte Version des Vorgängers erscheint. Um diesen Zeitpunkt erreichten Paradise Lost innerhalb der Heavy Metal-Szene ihre größte Popularität, unter anderem spielte man vor 120 000 Zuschauern als Headliner auf der 95er-Ausgabe des Dynamo Open Air.

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